UG gründen Schritte – Die komplette Anleitung 2026

Eine UG können Sie bereits mit einem Euro Stammkapital gründen. Die Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt bietet Ihnen dieselben Vorteile wie eine GmbH, kostet aber deutlich weniger bei der Gründung.

Insgesamt durchlaufen Sie 7 Hauptschritte von der ersten Planung bis zur fertigen UG. Der gesamte Prozess dauert etwa 3-6 Wochen und kostet zwischen 600 und 1.000 Euro.

Schritt 1: Grundlagen klären und Planung

Bevor Sie mit der eigentlichen Gründung beginnen, müssen Sie wichtige Vorentscheidungen treffen. Die UG eignet sich besonders für Unternehmer mit geringem Startkapital, da das Mindestkapital nur ein Euro beträgt.

Wichtige Planungspunkte:

  • Geschäftsidee konkretisieren und Zielgruppe definieren

  • Finanzierung planen (trotz niedrigem Stammkapital benötigen Sie Betriebskapital)

  • Mitgründer festlegen und Gesellschafteranteile definieren

  • Unternehmensname prüfen und reservieren

Die UG muss den Zusatz "UG (haftungsbeschränkt)" oder "Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)" im Namen tragen. Prüfen Sie die Verfügbarkeit über das Handelsregister oder beauftragen Sie Ihren Notar mit der Namensrecherche.

Schritt 2: Gesellschaftsvertrag erstellen

Der Gesellschaftsvertrag bildet das rechtliche Fundament Ihrer UG. Sie haben zwei Möglichkeiten: das vereinfachte Musterprotokoll oder einen individuellen Gesellschaftsvertrag.

Musterprotokoll vs. individueller Vertrag

Aspekt

Musterprotokoll

Individueller Vertrag

Kosten

150-300 Euro

800-1.500 Euro

Dauer

1-2 Wochen

2-4 Wochen

Flexibilität

Stark begrenzt

Vollständig anpassbar

Gesellschafter

Maximal 3

Unbegrenzt

Geschäftsführer

Nur Gesellschafter

Auch externe möglich

Das Musterprotokoll funktioniert nur bei einfachen Strukturen mit maximal drei Gesellschaftern. Bei komplexeren Vorhaben benötigen Sie einen maßgeschneiderten Gesellschaftsvertrag.

Schritt 3: Stammkapital einzahlen und Geschäftskonto eröffnen

Vor dem Notartermin müssen Sie das Stammkapital auf ein Geschäftskonto einzahlen. Das Mindestkapital beträgt ein Euro, praktisch sollten Sie jedoch mindestens 1.000 bis 2.500 Euro einzahlen.

Ablauf der Kapitaleinzahlung:

  1. Geschäftskonto bei einer Bank eröffnen (Vor-GmbH)

  2. Stammkapital von Ihrem Privatkonto überweisen

  3. Einzahlungsbeleg vom Kreditinstitut anfordern

  4. Beleg zum Notartermin mitbringen

Viele Banken verlangen für die Kontoeröffnung bereits den notariellen Gesellschaftsvertrag. Sprechen Sie im Vorfeld mit Ihrer Bank über die genauen Anforderungen.

Schritt 4: Notarielle Beurkundung

Die Gesellschaftsgründung und der Gesellschaftsvertrag müssen notariell beurkundet werden. Dieser Schritt ist gesetzlich vorgeschrieben und kostet je nach Stammkapital zwischen 150 und 600 Euro.

Unterlagen für den Notartermin:

  • Personalausweise aller Gesellschafter

  • Einzahlungsbeleg des Stammkapitals

  • Entwurf des Gesellschaftsvertrags

  • Liste der geplanten Geschäftsführer

  • Gewerbeanmeldung (falls bereits vorhanden)

Der Notar überprüft die Identität aller Beteiligten, verliest den Gesellschaftsvertrag und beurkundet die Unterschriften. Anschließend leitet er die Anmeldung zum Handelsregister weiter.

Nutzen Sie unseren Notarkosten-Rechner, um die genauen Kosten für Ihre UG-Gründung zu ermitteln.

Schritt 5: Handelsregisteranmeldung

Der Notar meldet Ihre UG beim zuständigen Amtsgericht zum Handelsregister an. Dieser Vorgang dauert normalerweise 1-3 Wochen und kostet 150 Euro Gerichtsgebühren.

Erforderliche Angaben im Handelsregister:

  • Firmenname mit UG-Zusatz

  • Sitz der Gesellschaft

  • Gegenstand des Unternehmens

  • Höhe des Stammkapitals

  • Namen der Gesellschafter und deren Geschäftsanteile

  • Namen und Anschrift der Geschäftsführer

Die UG entsteht rechtlich erst mit der Eintragung ins Handelsregister. Vorher handelt es sich um eine "UG in Gründung" mit persönlicher Haftung der Gesellschafter.

Schritt 6: Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung

Nach der Handelsregistereintragung melden Sie Ihr Gewerbe bei der örtlichen Gemeinde an. Die Gewerbeanmeldung kostet zwischen 15 und 65 Euro je nach Kommune.

Automatische Weiterleitung an:

  • Finanzamt (für steuerliche Erfassung)

  • Industrie- und Handelskammer

  • Berufsgenossenschaft

  • Statistisches Landesamt

Das Finanzamt sendet Ihnen automatisch den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zu. Füllen Sie diesen sorgfältig aus, da hier wichtige Entscheidungen für die Besteuerung getroffen werden.

Schritt 7: Weitere Anmeldungen und laufende Pflichten

Je nach Geschäftstätigkeit sind zusätzliche Anmeldungen erforderlich. Die UG unterliegt außerdem besonderen Rücklagenpflichten.

Mögliche weitere Anmeldungen

Bei Mitarbeitern:

  • Anmeldung bei der Sozialversicherung

  • Betriebsnummer bei der Bundesagentur für Arbeit beantragen

  • Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft

Je nach Branche:

  • Handwerkskammer-Anmeldung bei handwerklichen Tätigkeiten

  • Besondere Genehmigungen (Gaststättenerlaubnis, Bewachungsgewerbe etc.)

  • Eintragung in Branchenverzeichnisse

Besondere UG-Rücklagenpflicht

Die UG muss jährlich 25 Prozent ihres Jahresüberschusses in eine gesetzliche Rücklage einzahlen. Diese Pflicht entfällt erst bei Erreichen von 25.000 Euro Stammkapital.

Beispielrechnung:

  • Jahresüberschuss: 20.000 Euro

  • Rücklagenpflicht: 5.000 Euro

  • Ausschüttbarer Gewinn: 15.000 Euro

Kosten einer UG-Gründung im Überblick

Kostenpunkt

Musterprotokoll

Individueller Vertrag

Notarkosten

150-300 Euro

600-1.500 Euro

Handelsregister

150 Euro

150 Euro

Gewerbeanmeldung

15-65 Euro

15-65 Euro

Stammkapital

1-2.500 Euro

1-25.000 Euro

**Gesamt**

**316-3.015 Euro**

**766-26.715 Euro**

Zusätzliche Kosten entstehen für die IHK-Anmeldung (150-300 Euro jährlich) und eventuelle Beraterhonorare.

Mit unserem GmbH-Kosten-Rechner können Sie alle Gründungskosten im Detail kalkulieren.

Vorteile und Nachteile der UG

Vorteile:

  • Niedrige Gründungskosten durch geringes Mindestkapital

  • Haftungsbeschränkung ab Handelsregistereintragung

  • Steuerliche Vorteile bei hohen Gewinnen

  • Professionelles Auftreten durch Rechtsform

Nachteile:

  • Rücklagenpflicht von 25 Prozent des Jahresüberschusses

  • Weniger Vertrauen bei Geschäftspartnern als bei der GmbH

  • Buchführungs- und Bilanzierungspflicht

  • Mindestens 17.500 Euro Steuerlast bei Gewinnausschüttung

Timeline: Von der Planung zur fertigen UG

  1. Woche 1-2: Planung, Namensreservierung, Gesellschaftsvertrag erstellen

  2. Woche 3: Geschäftskonto eröffnen, Stammkapital einzahlen

  3. Woche 4: Notartermin und Beurkundung

  4. Woche 5-7: Handelsregistereintragung abwarten

  5. Woche 8: Gewerbeanmeldung, steuerliche Erfassung

Die Dauer kann sich bei komplexen Gesellschaftsverträgen oder Rückfragen des Handelsregisters verlängern.

Nutzen Sie unseren Rechtsform-Finder, um zu prüfen, ob die UG die optimale Rechtsform für Ihr Vorhaben ist.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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