Geschäftskonto GmbH – Welche Bank ist die beste Wahl?

Eine GmbH muss per Gesetz ein eigenes Geschäftskonto führen. Das Stammkapital von mindestens 25.000 Euro muss auf ein separates Firmenkonto eingezahlt werden, bevor die Gesellschaft im Handelsregister eingetragen werden kann.

Die Wahl der richtigen Bank entscheidet über monatliche Kosten von 0 bis 50 Euro und mehr. Online-Banken bieten oft günstigere Konditionen als Filialbanken, haben aber weniger Services vor Ort.

Warum benötigt eine GmbH ein eigenes Bankkonto?

Das Gesellschaftsrecht schreibt vor, dass Kapitalgesellschaften wie die GmbH über ein separates Geschäftskonto verfügen müssen. Diese Pflicht ergibt sich aus der rechtlichen Selbstständigkeit der GmbH als juristische Person.

Das Stammkapital muss vor der Handelsregistereintragung vollständig auf das Geschäftskonto eingezahlt werden. Der Notar bestätigt die ordnungsgemäße Einzahlung durch eine Bankbescheinigung.

Private und geschäftliche Transaktionen müssen strikt getrennt werden. Vermischungen können zu steuerlichen Problemen und im schlimmsten Fall zur Durchgriffshaftung führen.

Die besten Banken für GmbH-Geschäftskonten im Vergleich

Bank

Grundgebühr/Monat

Buchungen inkl.

Besonderheiten

Holvi

0 Euro

100

Kostenlos für 6 Monate

N26 Business

9 Euro

Unbegrenzt

Reine Online-Bank

Deutsche Bank

8,90 Euro

30

Große Filialabdeckung

Commerzbank

9,90 Euro

30

Startup-Angebote verfügbar

Sparkasse

15-25 Euro

50-100

Regional unterschiedlich

Penta

9 Euro

100

Speziell für Startups

Die Konditionen variieren stark zwischen den Anbietern. Online-Banken wie N26 oder Holvi bieten oft günstigere Grundgebühren, während Filialbanken mehr persönliche Beratung bieten.

Online-Bank oder Filialbank: Was passt zu Ihrer GmbH?

Vorteile von Online-Banken

Online-Banken punkten mit niedrigen Kosten und digitalen Services. Die Kontoführungsgebühren liegen meist zwischen 0 und 15 Euro monatlich. Buchungen werden oft günstiger abgerechnet oder sind bereits in größerer Anzahl inkludiert.

Die Kontoeröffnung erfolgt komplett digital und dauert nur wenige Tage. Moderne Banking-Apps bieten Echtzeitüberweisungen und automatische Belegerfassung.

Vorteile von Filialbanken

Filialbanken bieten persönlichen Kontakt und umfassende Beratung. Gerade bei komplexeren Finanzierungsanfragen oder internationalen Geschäften können sie ihre Stärken ausspielen.

Bargeldeinzahlungen sind an den eigenen Automaten meist kostenlos möglich. Auch Scheckeinreichungen werden oft noch akzeptiert.

Kosten für GmbH-Geschäftskonten im Detail

Laufende Gebühren

Die monatliche Grundgebühr schwankt zwischen 0 und 50 Euro. Dazu kommen Kosten pro Buchung, die zwischen 0,10 und 0,50 Euro liegen können.

Überweisungen kosten bei Online-Banken meist nichts, bei Filialbanken zwischen 0,50 und 2 Euro pro Transaktion. Lastschriften werden oft günstiger abgerechnet als Überweisungen.

Zusätzliche Kosten

Kontoauszüge in Papierform kosten 1 bis 3 Euro pro Sendung. EC-Karten kosten meist 5 bis 15 Euro jährlich, Kreditkarten 20 bis 50 Euro.

Bargeldabhebungen an fremden Automaten können mit 2 bis 5 Euro zu Buche schlagen. Manche Online-Banken erstatten diese Gebühren teilweise oder vollständig.

Voraussetzungen für die Kontoeröffnung

Für die Eröffnung eines GmbH-Geschäftskontos benötigen Sie folgende Unterlagen:

  1. Gesellschaftsvertrag (notariell beglaubigt)

  2. Handelsregisterauszug (nach Eintragung)

  3. Gewerbeanmeldung

  4. Ausweisdokumente aller Geschäftsführer

  5. Vollmachten für bevollmächtigte Personen

Bei der Vorgründungsgesellschaft reicht oft der notarielle Gesellschaftsvertrag aus. Nach der Handelsregistereintragung muss der aktuelle Auszug nachgereicht werden.

Die Legitimation erfolgt meist über das PostIdent- oder VideoIdent-Verfahren. Manche Banken verlangen zusätzlich einen Termin in der Filiale.

Sonderkonditionen für Startups und Neugründungen

Kostenlose Startphasen

Viele Banken bieten GmbH-Neugründungen kostenlose Kontoführung für 6 bis 12 Monate. Holvi gewährt beispielsweise 6 Monate kostenlose Nutzung, N26 Business verzichtet oft auf Setup-Gebühren.

Die Commerzbank hat spezielle Startup-Pakete mit reduzierten Gebühren für die ersten 24 Monate. Auch lokale Sparkassen bieten häufig Gründerkonditionen an.

Zusatzleistungen

Startup-Pakete beinhalten oft kostenlose Beratungsstunden, reduzierte Kreditkartengebühren oder kostenloses Online-Banking. Manche Banken bieten auch Buchhaltungstools oder Rechnungsstellung als Zusatzservice.

Bei einer GmbH-Gründung sollten Sie auch die Gesamtkosten im Blick behalten. Unser Rechtsform-Finder hilft Ihnen bei der Entscheidung zwischen GmbH und UG.

Banking-Features für den Geschäftsalltag

Digitale Services

Moderne Geschäftskonten bieten DATEV-Schnittstellen für die automatische Übertragung von Buchungsdaten an den Steuerberater. Export-Funktionen für gängige Buchhaltungsprogramme sparen Zeit und reduzieren Fehler.

Echtzeitüberweisungen ermöglichen sofortige Zahlungen, auch am Wochenende. Sammelüberweisungen erleichtern die Lohnabrechnung oder Lieferantenzahlungen.

Karten und Limits

Geschäftskonten bieten meist höhere Verfügungsrahmen als Privatkonten. Tageslimits von 10.000 bis 50.000 Euro sind üblich. Kreditkarten haben oft Limits von 25.000 Euro und mehr.

Mehrere EC- und Kreditkarten für verschiedene Mitarbeiter können meist kostengünstig zusätzlich bestellt werden. PIN- und Unterschriftsfunktion sind Standard.

Kontowechsel: So gelingt der Bankwechsel

Ein Wechsel des Geschäftskontos ist aufwendiger als bei Privatkonten. Alle Zahlungspartner müssen über die neuen Bankverbindungen informiert werden. Lastschriftmandate müssen aktualisiert werden.

Die alte Bankverbindung sollte mindestens 3 Monate parallel geführt werden. So können verspätete Lastschriften oder Überweisungen noch abgewickelt werden.

Viele Banken bieten kostenlose Wechselservices an. Dabei werden automatisch alle wichtigen Zahlungspartner über die neuen Kontodaten informiert.

Die Notarkosten für die GmbH-Gründung sind übrigens unabhängig von der Bankwahl und können vorab berechnet werden.

Fazit: Die richtige Bank für Ihre GmbH

Die Wahl des Geschäftskontos hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen ab. Startups mit geringem Transaktionsvolumen fahren mit Online-Banken meist günstiger. Etablierte Unternehmen profitieren oft von den Zusatzservices der Filialbanken.

Berücksichtigen Sie neben den Kosten auch die verfügbaren Services wie DATEV-Schnittstellen, Kreditangebote oder internationale Zahlungsverkehrsmöglichkeiten. Ein späterer Wechsel ist möglich, aber aufwendig.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

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